Tauchen auf Elba Die ursprüngliche Insel

Elba überzeugt mit ursprünglichem Charme und vielen tollen Gelegenheiten zum Tauchen. Die drittgrößte Insel Italiens liegt östlich Korsikas vor der Küste der Toskana. Rund 10 Kilometer vom italienischen Festland entfernt erreichen die Autofähren in knapp einer Stunde Portoferraio, die Inselhauptstadt an der Nordostküste. Es gibt auch einen Flughafen auf der Insel. Von Ost nach West ist die gebirgige Insel circa 28 Kilometer lang. Sie ist von Macchia und besonders rund um den Monte Capanne von Kastanienwäldern bewachsen.

Eine ursprüngliche Insel

Elba ist wunderschön. Berühmt wurde die Insel durch ihre historische Vergangenheit. Ein legendärer Dauergast, der französische Kaiser Napoleon, musste 1814 für neun Monate hierher ins (erste) Exil. Davor tummelten sich – wie auf den anderen Inseln der Toskana – Griechen, Römer, Ligurer, Pisaner und Genueser auf Elba, und so wechselten bis ins Mittelalter häufig die Herrschaftsverhältnisse. Nachhaltige Bedeutung hatte dagegen die Eroberung der Insel durch Cosimo de’ Medici aus Florenz.  Er ließ um 1550 das Städtchen Feraja – bei den Römern hieß es Fabricia – ausbauen und die gewaltigen Festungen des heutigen Portoferraio anlegen. 1594 wurde der Ort gar in Cosmopoli umgetauft. 1860 schloss sich Elba dem Königreich Italien an.

Erst vor nicht einmal 50 Jahren wurde das Eiland für den Tourismus entdeckt. So blieb der herrlichen Insel die rücksichtslose Bauwut der 60er und 70er erspart.

Abwechslung unter Wasser

Die meisten der über 30 Tauchplätze vor Elba werden mit dem Boot angefahren. Es sind Anfängergebiete dabei – darunter ein kleines Wrack –, Spots mit mittlerem Schwierigkeitsgrad und natürlich Plätze für erfahrene Taucher. Auf Elba verteilt gibt es eine ganze Reihe von italienischen Tauchbasen. Vier deutsche Tauchschulen haben sich zu einem lockeren Verbund zusammengeschlossen: Bei allen vier kann eine „Dive Card“ mit einem Tauchpaket gebucht werden, die man anschließend je nach Wunsch bei jeder der beteiligten Basen einlösen kann.

Elba ist relativ groß und bietet eine weit gestreute Auswahl von Unterkünften aller Kategorien. Wer mag, wohnt im klassischen Hotel oder bezieht eine Pension als Alternative. Wem das Einfache liegt, der kann sich auf einem der Campingplätze niederlassen.

Tauchen wandern fliegen

Die drittgrößte Insel Italiens ist kaum 30 Kilometer lang, weist aber ungefähr 150 Kilometer Küstenlinie auf. Warum das so ist, zeigt ein Blick auf die Landkarte: Es gibt einige große, weit in die Insel einschneidende Buchten und unzählige kleine. Und – auf Elba gibt es einen richtigen Berg! Wenn Sie den Gipfel in über 1000 Metern Höhe ersteigen wollen, müssen Sie aufgrund der Höhenlage abwarten, bis der Tauchcomputer das Flugverbot nicht mehr anzeigt. Andernfalls drohen Dekompressionserscheinungen!

Anfahrt mit Booten

Eine so zerklüftete Küstenlinie wie die der Insel Elba bietet naturgemäß eine Vielzahl von Tauchrevieren. Dabei kann man keinesfalls sagen, dass Elba keine Badestrände hätte (die meisten befinden sich an der Nordseite), aber der felsige Charakter der Küste überwiegt eindeutig. Für die Tauchbasen auf Elba – gleich wo sie sich befinden – ist es daher in aller Regel einfacher, die Plätze mit dem Boot anzusteuern.

Nicht nur, weil die Stellen unterhalb der oft rauen Küste vom Meer aus einfacher zu erreichen sind. Eine Anfahrt mit Bus oder PKW durch das Land führt über vielfach gewundene Straßen und Sträßchen. Dies. ist zwar malerisch, aber lang. Im Gegensatz dazu ist eine Bootsfahrt schlicht und einfach wesentlich schneller. Tauchgänge von Land aus sind also eher die Ausnahme.

Tauchen rund um Elba

Manchmal zeigt sich die Landschaft unter Wasser so vielseitig, dass auf engem Areal gleich mehrere Tauchgänge organisiert werden können. Ein Beispiel dafür ist das Capo Poro. Rund um das Capo sind gleich drei Abstiege möglich. Bei einigen  Tauchbasen firmieren sie einfach unter dem Oberbegriff Capo Poro und werden in der Tauchplatzübersicht gar nicht getrennt aufgeführt. Andere Tauchschulen vergeben Namenszusätze wie "interna" (innen) oder "esterna" (außen), um die Tauchgangsoptionen zu unterscheiden.

Die Anzahl der Tauchplätze ist je nach Zählart in etwa gleichmäßig auf die Nord- und Südküste verteilt. Tauchbasen – italienische und deutsche – finden sich rund um die Insel. Und in jedem Fall hat die Einrichtung eines Marineschutzparks dafür gesorgt, dass die Unterwasserwelt vor Elba ein absolut lohnendes Tauchrevier ist.

Mehr als 30 Tauchplätze

Bei einer Küstenlinie von fast 150 Kilometern Länge kann man sicher sein, dass es zahlreiche Tauchplätze für jeden Anspruch gibt. Vor Elba gibt es genug ganz einfache Stellen für Tauchanfänger – darunter sogar ein Wrack –, aber natürlich kommen auch die erfahrenen Taucher ganz sicher auf ihre Kosten. Die meisten Tauchreviere liegen an Nord- und Südseite der Insel. Weil es fast überall Basen gibt, kann man vom Urlaubsquartier aus je nach Laune an verschiedenen Plätzen tauchen und ist in der Auswahl nicht auf das Gebiet rund ums Feriendomizil beschränkt. Die folgende Übersicht bietet Ihnen eine kompakte Auswahl an Tauchplätzen.

Eine ausführliche Beschreibung der besten Tauchplätze rund um Elba finden Sie im Tauchreiseführer Elba. Alle Highlights, die Besonderheiten jeder einzelnen Tauchstelle und die Schwierigkeitsgrade des Tauchgangs finden Sie dort übersichtlich zusammengestellt, damit Sie Ihren Tauchurlaub auf Elba richtig planen können.

Nordküste

Eines der nördlichsten Tauchreviere ist die Isola dei Topi – die Mäuseinsel. Sie liegt unweit der Küste an der Nordostspitze Elbas in der Nähe des Ortes Cavo. Schon bei durchschnittlichen Tauchtiefen bis zehn und 20 Meter gibt es allerhand zu sehen, darunter Drachenköpfe, Muränen und Doraden, die gerne in kleinen Gruppen schwimmen. Mönchsfische treten oft in dichten Wolken auf. Starke Strömungen sind hier eher selten, und zusammen mit den guten Sichtweiten zeigt sich das Revier an der Isola dei Topi auch für Anfänger geeignet.

Dagegen ist für den Tauchgang an den Resten der deutschen Ju-52 in der Bucht von Portoferraio Erfahrung Voraussetzung. Seit dem 9. September 1944 liegt die Maschine in knapp 37 Metern Tiefe etwa 300 Meter nördlich des Leuchtturms. Nachdem die Junkers bei einem Bergungsversuch nach dem Krieg zerbrochen war, wurde die Heckpartie erst 1998 wiederentdeckt.

Ein Platz für alle ist das einfach zu betauchende Secca St. Lucia. Besonders Unterwasser-Fotografen werden im Bereich bis ungefähr 20 Meter die zahlreichen Kleintiere zu schätzen wissen, die zwischen Krustenanemonen und anderem Felsbewuchs zu finden sind. Daneben gibt es Muränen, Drachenköpfe, Oktopusse, Meeraale und Langusten. Das Secca St. Lucia liegt zwischen Capo Bianco und Capo Enfola.

Am Capo Enfola liegt unweit vor der Küste ein weiterer Tauchplatz. Nachdem der Boden dort zunächst sanft auf rund 22 Meter abfällt, wird alsbald eine Steilwand erreicht, die auf fast 50 Metern endet. Die bunt bewachsene Wand ist der Lebensraum von Langusten und ihren Fressfeinden, den Meeraalen.

Westküste

Tauchanfänger und Unterwasserfotografen wird das Wrack "Elviscott" gleichermaßen begeistern. Der etwa 50 Meter lange Frachter lief 1972 auf das Riff von Ogliera bei Pomonte im Südwesten Elbas. Er liegt nur 50 Meter vom Ufer in gerade einmal drei bis zwölf Metern Wassertiefe  auf der Backbordseite. Es ist das einzige Wrack vor Elba, das von Land aus betaucht werden kann. Sogar Schnorchelgänge sind möglich.

 

Südküste

Etwa in der Mitte der Südküste, am Scoglio della Triglia – einer kleinen Felseninsel – nicht weit von Marina di Campo, findet sich ein weiteres Fotomotiv: Die Madonnenstatue. Die Skulptur steht in 18 Meter Tiefe und ist somit problemlos zu erreichen.

Ganz anders dagegen zeigt sich das Tauchrevier um das Secca di Capo Poro. Hier ist Erfahrung und eigenverantwortliches Tauchen gefragt, denn so richtig los geht es erst 30 Meter unter der Wasseroberfläche. Das Riff läuft in über 50 Metern Tiefe im Sandgrund aus. Der Abstieg wird üblicherweise als Deko-Tauchgang geplant. Zu sehen gibt es dafür Gorgonen und Edelkorallen, große Muränen, Meeraale und Langusten sowie Schwärme von Mönchsfischen. Unweit des Hauptriffs erhebt sich ein weiterer Fels vom Meeresboden.

 

Ostküste

Ein weiteres Flugzeugwrack, eine kleine Privatmaschine, liegt bei Punta Nera auf zwölf Metern in Sand und Seegras. Trotz der geringen Tiefe trifft man hier mit etwas Glück schon auf Conger (Meeraale).

Eine mit Weißen und Gelben Gorgonien bewachsene Wand befindet sich am Punta delle Cannelle an der Nordküste des Golfs von Porto Azzurro. Mit Tauchtiefen zwischen ungefähr 15 und 45 Metern kann der Platz mit einem mittleren Schwierigkeitsgrad eingestuft werden, zumal hier auch Strömungen auftreten können. Wer die nötige Erfahrung und die Gelegenheit dazu hat, sollte das Riff betauchen – es lohnt sich!

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